Das Hauptproblem maroder Kanalleitungen sind Leckagen, die zum Austritt von Abwasser und – je nach Lage des Grundwasserspiegels – zum Eintritt von Grundwasser führen können. Die Auswirkungen des austretenden Abwassers mit all seinen komplexen Inhaltsstoffen (z.B. PAK) auf das Grundwasser sind heute leider noch nicht genau abzuschätzen. Diese Problematik betrifft jedoch alle, weil das Grundwasser die wichtigste Ressource für unser Trinkwasser ist und die Verunreinigung eines Gewässers nach § 324 StGB einen Straftatbestand darstellt. Dennoch sind laut der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), Hennef, rund 20% der öffentlichen Kanalisation (Länge ca. 500 000 km) kurz- bzw. mittel- und weitere 21,5% langfristig sanierungsbedürftig. Das wirtschaftliche Potential wird von der DWA für die gesamte BRD auf 50 Mrd. Euro in den kommenden 12 Jahren beziffert. Hierbei sind die privaten Entwässerungsleitungen mit einer geschätzten Gesamtlänge von 1,5 Mio. km, noch völlig unberücksichtigt.
Will man jedoch die Problematik nicht einfach nur von den öffentlichen Kanälen auf die privaten Kanäle verschieben, müssen diese mit berücksichtigt werden. Es sind also ganzheitliche Sanierungskonzepte gefragt, so wie sie durch die EN 752 Teil 2 gefordert werden. Sie sind allerdings nicht nur ein Gebot des technischen Regelwerks, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft und vor allem des vorsorgenden Umweltschutzes. Doch wie kommt man zu einem ganzheitlichen Sanierungskonzept? Wie ist die derzeitige rechtliche Situation zu interpretieren? Wie wählt man eine richtige Sanierungsmethode aus? Welches ist das geeignete Rohrmaterial? Wie geht man mit Kunden, insbesondere mit den privaten Hauseigentümern um? All das sind Fragen, die in unserer Veranstaltung nicht nur besprochen werden sollen, sondern für die konkrete Lösungsvorschläge aufgezeigt werden. Der Weg, die Kanalsanierung und komplett funktionstüchtige dichte Netze in Einklang zu bringen und zwar möglichst ohne die Abwassergebühren ins Uferlose zu treiben, ist von einigen Kommunen bereits eingeschlagen und soll hier aufgezeigt werden.
Die Veranstaltung wird von einer fachbezogenen Ausstellung begleitet. Interessierte Firmen bitten wir, mit uns Kontakt aufzunehmen.
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