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Anpassung der Städte an den Klimawandel
Fachübergreifender Umgang mit Starkregen, Stürmen und Extremtemperaturen
10. September 2014 in Solingen
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Der Deutsche Städtetag hat bereits in einem Positionspapier im Jahr 2012, unter der Federführung von Herrn Welge, zur Anpassung an den Klimawandel Empfehlungen und mögliche Maßnahmen benannt, wie die Städte sich für die klimatischen Veränderungen in der Zukunft aufstellen können.

Veränderungen und Risiken für die Städte werden durch hochsommerliche Extremtemperaturen, Starkregen und Stürme weiter steigen, die zusätzliche Anpassungen der Infrastruktur erfordern. Die hierdurch notwendigen Investitionen können durch die Städte nicht allein bewältigt werden. Hier müssen Bund und Länder bei der Umsetzung dieser Anpassungsmaßnahmen noch stärker finanziell unterstützen. Betroffen von diesen kommunalen Planungsanpassungsprozessen sind Stadtplanung, Städtebau, Stadtgrün, Mobilität und Verkehr, Wasser sowie die Siedlungsentwässerung der bundesdeutschen Städte und Gemeinden.

Jeder der genannten Bereiche hat wichtige Handlungsfelder, die für die zukünftige Ausrichtung des Anpassungsprozesses von großer Bedeutung sein können. Ziel einer Stadtentwicklungspolitik sollte sein, dass in Anbetracht der prognostizierten stadtklimatischen und wasserhaushaltlichen Veränderungen der Lebensraum Stadt auch weiterhin adäquate Lebensbedingungen anbietet. Hierzu sollten im Rahmen von zukünftigen städtebaulichen Planungen die Berücksichtigung wichtiger Kalt- und/oder Frischluftleitbahnen sowie deren Entstehungsgebiete in ihrer Bedeutung zunehmen. Die Unterstützung und Förderung der Entsiegelung sowie die Versickerung von Niederschlägen und deren Bewirtschaftung, z. B. über öffentliche Grünanlagen, könnte der Regelfall werden. Vor diesem Hintergrund sollten die Grün- und Freiflächen in Bereichen mit hohem Siedlungsdruck sogar noch erweitert werden. Der innerstädtische Baumbestand muss nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden. Dem künftigen Umgang mit hochversiegelten und befestigten Flächen kommt eine ganz besondere Bedeutung zu. Um die Aufheizung dieser Bereiche zu begrenzen, sollte die Beschattung durch Bäume verstärkt werden.

Bei zukünftigen Straßenplanungen sollte beachtet werden, dass der öffentliche Straßenraum mehr einbezogen wird, um bei Starkregen Gebäude und öffentliche Flächen vor Überflutungen zu schützen. Im Rahmen von Feldversuchen in Solingen konnte die Bergische Universität Wuppertal nachweisen, dass bei Starkregen große Teile des ablaufenden Regenwassers nicht in die öffentliche Kanalisation gelangen. Dies liegt zum einen am Zustand vieler Straßen, die keine ordnungsgemäße Wasserführung sicherstellen und zum anderen an den topografischen und konstruktiven Gegebenheiten der Regenwassereinläufe im Straßenkörper. Das Land NRW hat in diesem Zusammenhang die Bergische Universität Wuppertal im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens beauftragt diese Zusammenhänge zu erforschen. Wir können jedoch davon ausgehen, dass die vorhandenen Kanalisationsnetze für den Normalfall absolut ausreichend dimensioniert sind.

Diese Tatsache schafft Möglichkeiten, die bei einem koordinierten Vorgehen unter Berücksichtigung gesamtstädtischer Zusammenhänge und Querschnittsfragen zu einer klassischen „win to win“-Situation führen kann. Die hierdurch entstehenden Synergieeffekte könnten eine Basis für die Grundfinanzierung der notwendigen Maßnahmen zum Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels im Bereich der städtischen Infrastruktur darstellen.

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